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Neubau des Physikinstitut - Campus Garching

Planungswettbewerb 2016

Anerkennung

Städtebau

Sie verstehen sich als neue, präzise gesetzte Bausteine des Physik-Departments. In selbstverständlicher Besetzung der Raumkanten fügen sie das bereits bestehende, lose Gebäudeensemble zu einer kompakten, räumlich klaren Einheit zusammen. Es entsteht ein durch die Gebäudepositionierung aufgespannter zentraler Quartiersplatz, der die Foyers der einzelnen Institute mit Adresse am Platz anbindet.

Der minicampus schiebt sich als städtebaulich übergeordnete Verbindung zu „loop“ und Mensa unter das, als zweiten Bauabschnitt vorgesehene Hörsaalgebäude. Als Reaktion darauf bildet dieser Baukörper einen großzügigen, tageslichtdurchfluteten Unterschnitt (über die Hälfte des Erdgeschosses) aus und gibt somit einerseits den Blick auf das Herz des Physikdepartments – den Quartiersplatz –frei. Andererseits erreicht diese eindrucksvolle Geste die notwendige Prägnanz einer neuen, bereits von weitem sichtbaren Adresse für das gesamte Physik-Department.

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Bauabschnitt 1

Im Sinne einer optimierten Strukturierung des Gebäudes sind die Laborzonen nach Norden ausgerichtet. Ihnen vorgelagert, liegen die den Laboren zugehörigen Kurzzeitauswertplätze direkt an der Fassade. Dieser um eine Kommunikationszone erweiterte Gang ist von den Laboren durch eine doppelschalige Glasfassade (verdunkelbar) abgetrennt. Sichtverbindungen zum Versuchsaufbau werden ermöglicht, der Austausch mit anderen Mitarbeitern wird forciert und es entsteht eine thermische Pufferzone, die die notwendigen, gleichbleibende Temperaturbedingungen in den Laboren begünstigt. Die nach Süden hin gegenüber- liegende Bürospange, wird ebenfalls durch eine doppelschalige Glasfassade vom Erschließungsgang getrennt und wird natürlich belichtet. Extrem schwingungsempfindliche Labore sowie Labore ohne oder mit eingeschränktem Tageslicht-bedarf befinden sich im Untergeschoss, teilweise über verdunkelbare Oberlichter im Innenhof belichtet.

4- geschossig (UG- OG2) übereinander gestapelt über kurze vertikale Erschließungswege verbunden und in Forschungsbereiche nördlich und südlich des Innenhofes zoniert, entsteht ein flexibles, an zukünftige Anforderungen adaptierbares Laborgebäude, welches die Herausforderungen eines modernen Forschungsbetriebes im 21. Jahrhunderts widerspiegelt.

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Fassade

Beide Bauabschnitte sind als klare dreigeschossige Massivbauten mit Unterkellerung konzipiert und erhalten jeweils einen Innenhof. Die zum neu geschaffenen Quartiersplatz orientierten Foyers markieren und fassen durch präzise eingeschnittenen Glaskörper die Eingänge der Gebäude. In Anlehnung an die Typologie der umgebenden Bestandsgebäude, welche als einfache Baukörper mit Fensterbändern in reduzierter aber qualitätvoller Materialität in Erscheinung treten, übernehmen die Neubauten diese zurückhaltende Gestaltgebung und fügen sich harmonisch in den Bestand ein, präsentieren sich dennoch eigenständig durch die subtile Modellierung der Fassade das neue Herzstück des Physik-Departments.

Die äußere Schale unterstützt durch ihre mit ihrer differenziert wirkenden Schichtung sowie die Fensterbänder die auf dem Campus vorherrschende Horizontalität. Die zwischen den Fensterbändern verbleibenden schlanken Lisenen im Material der massiven Fassade transformieren diese Typologie allerdings in eine Art Zwittertypus Fensterband-Lochfassade, der Fenster und Fassade netzartig als Körper zusammenhält. Im Kontrast dazu wirken die Foyers und Höfe als glatt eingeschnittene gläserne Körper, welche den Fokus auf die besonderen Funktionen lenken.

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