sep logo
 
Ansicht_bei_Nacht.jpg

Uni-Park Nonntal Salzburg

Realisierungswettbewerb 2005

1. Preis

Bauherr

Bundesimmobilien-
Gesellschaft mbH (BIG)

Leistungszeit

2006 - 2015

Leistungen

2 - 8 LPH HOAI

NF

22.500 m²

Bausumme

65,7 Mio Euro

Auszeichnung

1. Architekturpreis Land Salzburg 2012, ZV Bauherrenpreis der ArchitekInnen Östereichs 2012

Beschreibung        

Neubau Fakultätsgebäude mit Büro und Seminarbereichen, Bibliothek

KGW_Ansicht-Sued_01.jpg
3-Previews-UNIPARK-SBG-dig-2011kaunat1_rgb.jpg

Im November 2005 wurde in Salzburg der Wettbewerb zum Projekt 
„Uni-Park Nonntal“ entschieden 
Der 1. Preis ging an SEP.
Die Universität Salzburg plant ein neues Gebäude für den grössten Teil der kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät. Das neue Universitätsgebäude sollte als grösstes Bauobjekt des Gesamtprojekts „Uni-Park Nonntal“ über rund 17ooo Quadratmeter Nutzfläche verfügen, in denen die Fachbereiche Anglistik, Erziehungswissenschaft und Kultursoziologie, Germanistik, Linguistik, Romanistik, Slawistik sowie Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft untergebracht werden. Über 30 Millionen EURO sind für die Baumassnahme vorgesehen.
„Das Projekt zeichnet sich durch eine innovative Lösung der grundsätzlichen Herausforderung zwischen der gewünschten funktionalen Kompaktheit und der Durchlässigkeit von Stadt zum Grünraum aus“, begründete die Jury ihren Beschluss.

4-Previews-UNIPARK-SBG-dig-2011kaunat1_rgb.jpg

Städtebau

Anspruchsvoller Solitär, wie er dem Range einer Universität zusteht.
Kompakt und doch durchlässig, Bindeglied zwischen Stadt und Landschaft. 
Knotenpunkt – Kommunikation – im Geflecht der angrenzenden Räume und Wege.
Schnittpunkt der Aktivitäten – „Schulen nebenan“, Bibliothek, Kongreßzentrum, Fachbereiche, Sport, Flanieren.
Der Campus, ein bauliches Konzentrat ganz und gar eigenen Charakters, in das die Stadträume im Norden und Westen, der Landschaftsraum im Süden hineinwirken und das umgekehrt in diese Räume hinein – sie prägend – ausstrahlt.
Mit den Außenräumen zusammen ein aufs äußerste verdichteter Ort – ein universitärer Gesamtstandort.

Luftbild.jpg
Hoefe.jpg

Konzept

Offenheit – direkte, unabhängige Zugänge zu allen Bereichen, Bibliothek, Kongreßzentrum, Fachbereiche – Einblicke, Kontakte. 
Ruhe – bei Bedarf ungestörte Abgeschlossenheit aller Bereiche, konzentriertes Arbeiten.
Verknüpfung im Großen und im Kleinen.
Erstens: Bereichsübergreifend durch Vertikalknoten - öffentlich durch Hauptstiegenhaus - intern durch (Flucht) Nebenstiegenhäuser. 
Zweitens: Zwischen den Fachbereichen durch enge Nachbarschaft und durch entsprechend direkte Verbindungen. 
Drittens: Gangbereiche und Arbeitsräume stehen in Sichtkontakt, um das Klima einer offenen, durchlässigen Universität zu erzeugen. Die einem Kernbüro vorgeschalteten Übergangsbereiche, die den direkten Kontakt von Lehrenden und Studierenden fördern sollten, sind auf Wunsch der Universität aufgegeben worden.
Flexibilität – flächig angeordnete Fachbereiche, Grenzverschiebungen leicht möglich.

7_nonntal_f_hp.jpg

Inszenierung – Stadtpanorama, Nonnkloster, Festung Hohensalzburg, Alpen – der Blick vom Dachgarten, unvergleichlich. 
Typische Bilder in abgestuften Maßstäben:
Das Bauwerk als Ganzes.
Der Campus mit den angrenzenden Freiräumen.
Die Licht-Kunst-Räume der Gebäudeausschnitte.
Der Einblick in Foyer und Bibliothek.
Ein Gesamteindruck, der im Gedächtnis haften bleibt.
Die Erweiterungen in Form zweier erratischer Blöcke. 
Für die Bibliothek – mit unterirdischer Verbindung .Für die Fachbereiche – erreichbar vom Campus aus. Jetziges Bistro (wird in der Erweiterung neu geschaffen) wird zum großzügigen Zugangsbereich mit unterirdischer Gangverbindung.
Zur Zeit wird eine horizontale Erweiterung der Garage nach Süden erwogen. Es wurde vorgeschlagen, deren Konstruktion von vornherein zu ertüchtigen, sodass sie die Last einer späteren Bibliothekserweiterung aufnehmen kann.

8_proj_nonntal.jpg

Fassade

Prinzipiell offen und bewegt, aufgeschlossen wirkend.
Im Kongressbereich und in der Campuszone leicht, großflächig und feingliedrig.
In den Fachbereichen rationaler organisiert, straff und von größerer Dichte. Motorisch drehbare, ortsfeste vertikale Sonnenschutzelemente aus Aluminiumblechen – farbig changierend eloxiert - bewirken zum Einen eine im Wechsel der Benutzung wechselnde Farbigkeit, zum Anderen eine eher angedeutete, fließende Massigkeit. Ein bewegtes abwechslungsreiches Bild.
Die Rautenfassaden der Lichtkunsträume ( einschl. Hauptstiegenhaus ) sind wesentliches Mittel zur Bildung des künstlerischen Ausdrucks dieser Räume. Sprossenwerk und Verglasung werden farbig gestaltet, und zwar von Raum zu Raum in unterschiedlichen, jedoch untereinander abgestimmten und leicht, wie aquarelliert, wirkenden Farbspektren. Die Sprossen sind deshalb aus farbig eloxiertem Aluminium gedacht, die Verglasung in dazu korrespondierenden Tönungen. Dazu das folgende Konzept:

10_proj_nonntal_2745_Kopie_01.jpg

LKR 3 : Liegt über dem Oberlicht der Bibliothek, das durch entsprechende Bedruckung bzw. Verspiegelung Himmel abbilden soll. Diesem Motiv folgend soll die Rautenfassade eine ins Blau spielende Farbgebung erhalten. (blauer Lichtkunstraum)
LKR 1 : Liegt über dem flachen Wasserbecken aus Edelstahl, das im Spiel der fallenden Wassertropfen silbern wirkt. Um auch hier ein Gesamtbild zu erzeugen, soll die Rautenfassade silbern gestaltet werden. ( silberner Lichtkunstraum)
LKR 6 : Die besonders interessante Streckung dieses Raumes soll durch die Neigung des Bodens noch unterstützt werden. Eine Skulptur auf dem höchsten Punkt würde den kraftvollen Ausdruck des Raumes nochmals steigern. Diesem Anspruch wird eine goldene Tönung der Rautenfassade gerecht. (goldener Lichtkunstraum)
LKR 4 : Das Dachdreieck über dem Bistro erhält eine glitzernde Schüttung (begehbar) aus gekollertem Glas, wie sie auch am Dachrand um den Dachgarten herum angeordnet wird. Die Farbschattierung der Rautenfassade wird auf den grünlichen Farbschimmer der Schüttung abgestimmt. (Grüner Lichtkunstraum)

Foyer_01.jpg

LKR Hauptstiegenhaus: Stiegen und Galerien mit ihren Glasbrüstungen und Handläufen aus blankem Niro-Stahl, der künstlerisch gestaltete Greifschutz und das Fachwerk des Aufzugsturms mit dem Auf und Ab der gläsernen Kabinen erzeugen schon allein ein lebhaftes Bild. Daher ist es angeraten,die Rautenfassade in den Schatten der Galerien zurücktreten zu lassen und dazu grau zu gestalten (grauer Lichtkunstraum).

Lesetreppe_Bibliothek_01.jpg

LKR 2 : Bibliothek. Erhält abstrakt weiß behandeltes Gehölz und einen weißen Bodenbelag. Darauf abgestimmt wird das Sprossenwerk der Rautenfassade weiß gehalten, die Verglasung leicht verspiegelt. (Weißer Lichtkunstraum)
LKR 4a : Um den schmalen Raum nicht eng erscheinen zu lassen, wird hier keine Rautenfassade eingesetzt. Er erhält Glasabschlüsse, die denen im Inneren des Gebäudes ähneln, um Innen- und Außenraum ineinanderfließen zu lassen. Um den Abstand der gegenüberliegenden Fassaden für die Wahrnehmung zu vergrößern, wird der Raum mit dünnen vertikalen Elementen ausgefüllt. Das können natürliche sein, wie z. B. Bambus oder Rankgewächsen an Stäben, oder künstliche, wie z. B. farbige Stangen aus Kunststoff oder Metall, die sich beim leisteten Lufthauch bewegen.
Alle LKR erhalten eine Effektbeleuchtung aus farbigen LED Leuchtenstreifen, die auf die Grundfarbigkeit des betr. LKR abgestimmt ist und diese steigern sollen. Ausnahmen sind der LKR 2 (Bibliothek), der Strahler erhält, die das abstrakte Bild des weißen Gehölzes steigern, sowie der LKR 4a, in dem die Vertikaleelemente durch Bodenstrahler hervorgehoben werden.

Bibliothek.jpg

In das Farbkonzept der LKR sollen die Nebenstiegenhäuser durch farbige Behandlung einbezogen werden.
Die Vorstellung des oben beschriebenen Konzepts erfolgt im Rahmen der Materialzusammenstellung.
In Hörsälen innen liegende stufenlose Tageslichtreglung gegen Blendung bis zur völligen Verdunklung mittels motorisch drehbarer Horizontallamellen. Bei Veranstaltungsbeginn in Sekundenschnelle einstellbar. 
In Seminarräumen Blendschutz- bzw. Verdunklungsrollos.
Schrägverglasung Bibliothek in Form einzelner Fenster (Fünkchen) durchsichtig, klar – Aus- u. Einblicke. In Form der begehbaren Verglasung satiniert, sandgestrahlt – Gehsicherheit. Innen liegende Blendschutzrollos. 
Endgültige Vereinbarung, ob die Einzelfenster teilweise zu öffnen oder alle fest verglast sein werden, steht noch aus. Empfehlung: Feste Verglasung, da regensicher und nicht absturzgefährlich.
Lüftungsflügel/zu öffnende Elemente – Anteil 20% in allen verglasten Fassaden, soweit technisch wünschenswert und vertretbar. Bistro großflächige Schiebeelemente – frühstücken im Freien.

Arbeitsplatz_01.jpg

Energiekonzept

Reduzierung von Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten technischer Anlagen schon durch das architektonische Konzept.
AV – Verhältnis. 
Geringe Oberfläche durch kompakten Baukörper. Minimierung der Wärmeverluste.
Lüftung und Belichtung. 
Erhebliche Reduzierung des Kunstlichtbedarfs durch weitgehende Versorgung mit Tageslicht. Vorrangig natürliche Belüftung durch Fenster in den Außenfassaden und den Lichtkunsträumen.
Mechanische Belüftung in verbleibenden Innenbereichen und der Bibliothek.
Betonkernaktivierte Tragkonstruktion – wasserdurchflossene Kunststoffrohrsysteme in den Betondecken erwärmen das Gebäude im Winter und kühlen es im Sommer.
Die Ausnutzung des Energiespeichers Erdreich durch Erdlanzen (Geothermie) als Energielieferant für den Kühl- bzw. Wärmebedarf des Gebäudes.

Lageplan_02.jpg

Freianlagen 

Stärkung des architektonischen Konzepts durch 
Heranführen der städtischen Räume im Norden
und Westen an den Campus – steinerne Flächen als Bindeglied zur Josef-Preis-Allee, zum Karl-Weiser-Platz und zur Erzabt – Klotz - Straße.
Übergang des Campus in den südlichen Grünraum – Verschränkung durch Mischung von Stein- mit Rasenstreifen.
Aufwerten des Grünraumes im Süden zu einem wichtigen Übergangsort in die Landschaft des Nonntals.
Einbinden der Berchtoldvilla in das städtebauliche Gesamtkonzept – Freianlagen der Villa und der Uni als ein Ganzes mit dem See als Mitte– universitärer Gesamtstandort. Die betr. Planung dazu ist von der Stadt Salzburg beauftragt worden.
Fassende und belebende „Baumkörper“ auf den vorgelagerten städtischen Plätzen.
Ausgestaltung der Lichtkunsträume zu belebenden „inneren“ Freiräumen unterschiedlicher Charakteristik (s. Beschreibung Fassaden). 
Gestaltung des Dachgartens als einem akzentuiert begrünten, großzügigen und einladenden Aufenthaltsbereich für Pause und Freizeit – überwältigende Aussicht.

Ansicht_gezeichnet.jpg
Grundriss_und_Ansicht_02.jpg

Team

 

Bauherr:

BIG Bundesimmobiliengesellschaft Wien 

Besteller:

bm:bkw Bundesministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur Wien

Mieter:

Universität Salzburg

Projektmanagement:   

BIG mbH. Salzburg

Generalplaner:

Architekten Storch Ehlers Partner, Hannover

<
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
>