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ZOB Hannover

Realisierungswettbewerb 2011

3. Preis

Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes. Ein Dach, das wie eine Wolke zu schweben scheint und schon dadurch zur Attraktion wird. Ein auffallendes Bild, das den Blick auf sich zieht und inmitten der Heterogenität des Ortes einen Identität stiftenden Höhepunkt schafft.

Helle, transluzente Folienkissen hüllen die Stahlkonstruktion ein. Das Tragende bleibt also unsichtbar, wodurch der Eindruck von Schwerelosigkeit entsteht. Auch bei Nacht, denn von innen angestrahlt, präsentiert sich das Dach wie ein leuchtender Himmels-körper. Nebenbei bemerkt, wurde in Verkehrsbauten mit großen lichtaktiven Flächen ein Rückgang von Vandalismus und Kriminalität beobachtet.Sowohl bei Tag (Sonne) als auch bei Nacht (Leuchten) wird das Tragwerk als ein diffuses Schattenwerk auf die äußeren Folien projiziert, das dem Dachkörper ein natürliches Maß an Struktur und Festigkeit verleiht. Die hell bedruckten Fassaden des Servicegebäudes, sowie  die aus hellem, hochglänzenden Kunststoff gedachte Möblierung wird als ein dem Boden verhaftetes Interieur der Stadtlandschaft wahrgenommen, von der sich das Dach wie eine Wolke schwebend löst.

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Seine Höhe eröffnet Blick-beziehungen zwischen ZOB und Bahnhof, die den thematischen Zusammenhang der beiden Einrichtungen erleben lassen. Außerdem sorgt sie dafür, dass die Auspuffgase der Busse ungehindert abziehen.

Das Tragende, das die Form bestimmende Raumfachwerk erklärt sich dem Auge nicht, weil nicht sichtbar. Die dadurch eintretende Wirkung der Schwerelosigkeit wird durch die Schrägstellung der Stützen unterstützt.  Die große Konstruktionshöhe (Max. 5,0 m) erlaubt, das Raumfachwerk (Rastermaß 3,0 x 3,0 m) extrem leicht zu halten. Es wird auf der Baustelle aus vorgefertigten Elementen mit Steckverbindungen zusammengesetzt, als Ganzes mit Mobilkränen in Position gehoben und auf Rüsttürmen abgesetzt. Darauf folgt die Montage der Stützen, deren Schrägstellung die seitliche Stabilisierung des Daches bewirkt. Als obere und untere Oberfläche der Wolke dienen zweilagig konfektionierte, luftgestützte ETFE – Folienkissen, diagonal über die ganze Breite der Konstruktion verlaufend. Außen weiße, semitransparente, innen klare Folien. Lichtausbeute mit 60% ausreichend für Bepflanzung.
Die Bemessung des Stützdruckes richtet sich nach der anzunehmenden Belastung durch Schnee oder Wind (200 bis 800 Pa). Die Folien sind hydrophob, d.h. selbstreinigend (Tefloneffekt). Keine Zerstörung durch Hagelschlag möglich.

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Evtl. zusätzliche Seilnetzverstärkung in flacheren Randbereichen. Drähte zur Vogelvergrämung über den Halteprofilen der Kissen. Die Folien selbst werden von Vögeln strikt gemieden.
Die Kanten der Wolke werden aus Makro-lon-Formstücken montiert, deren Oberfläche so beschaffen ist, dass sie sich von den Folien nicht unterscheidet.
Innerhalb der Dachkonstruktion verläuft ein Laufsteg, von dem aus die Pneumatik der Kissen und die Beleuchtung beobachtet und jährlich gewartet werden. 
Das Regenwasser wird in einer überdimen-sionierten Dachrinne (Heizkabel) aufgefangen, über einen Sammler in die innerhalb der Stützen liegenden Fallrohre geleitet und in einer Zisterne gesammelt (Reinigung, WC-Spülung).

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